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02. März 2022 von Michael FORST

 

Kleingärtner-Träume sollen hier Früchte tragen

 

ZEILSHEIM Im Frühjahr wird den Bürgern eine neue Streuobstwiese am Welschgraben vorgestellt Aus einem ehemals verwilderten Grundstück am Welschgraben im Süden Zeilsheims soll im Laufe dieses Jahres Großes und Grünes entstehen: Die im Regionalverband (RV) vereinigten Gartenfreunde wollen die 3800 Quadratmeter große Fläche den Bürgern des Stadtteils zugänglich machen: Geplant ist eine Streuobstwiese, aber auch andere und zusätzliche Nutzungen in Eigenverantwortung seien möglich, sagte Verbandsvorsitzender Oliver Lang gestern: „Im Frühling möchten wir den Bürgern das Angebot vorstellen – und hoffen, dass sich viele dafür interessieren werden.“

 

Der Anfang, um das vormals von Brombeerhecken völlig überwucherte Areal zum grünen Gärtner-Idyll zu machen, ist gemacht: Vor einigen Wochen hat eine Firma den Wildwuchs gerodet, und Oliver Lang und seine Mitstreiter haben jede Menge Dreck und Müll weggeräumt. In nächsten Schritten sollen die herumliegenden Äste und Zweige gehäckselt werden, dann ein Brunnen für die Bewässerung gebohrt werden. „Im Herbst wollen wir dann 20 Bäume für die Streuobstwiese pflanzen“, sagt Lang.

 

„Stadt legt uns Steine in den Weg“

 

Er erhoffe sich dafür finanzielle Unterstützung von der Stadt. Die habe den Kleingärtnern allerdings bislang immer wieder Steine in den Weg gelegt – Lang spricht gar von „Felsbrocken“. So bestätigte der Magistrat zunächst auf Anfrage des Ortsbeirates 6 (Frankfurter Westen), dass die Fläche in Zeilsheim für Kleingärten generell geeignet sei. Doch die mit der Rodung beauftragte Firma drängte auf eine Genehmigung der dem Grünflächenamt zugeordneten Unteren Naturschutzbehörde. Eigentlich eine Formsache, dachten Lang und seine Gärtner – umso überraschter waren sie über das „Nein“ der Behörde (wir berichteten). Die Begründung: Das Gebiet nahe dem Welschgraben sei landwirtschaftliche Fläche. „Wir hielten dagegen, dass dort früher immer Gärten waren und es in der Nachbarschaft auch heute noch sind“, berichtet Lang. Vergeblich.

 

Keine Übersicht der Kleingartenvereine

 

Doch bevor den Gärtnern der Kragen platzte, reagierten sie mit List und Improvisation, kündigten an, statt der Gärten eine Streuobstwiese errichten zu wollen. Dazu gab die Untere Naturschutzbehörde dann ihr Einverständnis. Aber auch sonst mache es die Stadt Frankfurt dem Regionalverband der Kleingärtner schwer, geeignete Flächen für künftige Laubenpieper zu finden. So sei das von ihnen mit angestoßene Kleingartenentwicklungskonzept bereits zum zweiten Mal in den Rädern der städtischen Mühlen hängen geblieben, wo es bereits vor zehn Jahren schon einmal verschwunden war. Lang wundert sich: Schulen, Bäume, Trinkbrunnen – alles sei im städtischen Kataster genau erfasst. Nur eine Übersicht der Kleingartenvereine fehle immer noch. Das treibt auch die CDU im für den Frankfurter Westen zuständigen Ortsbeirat 6 um: In einem Antrag für die nächste Sitzung des Stadtteilparlaments am 15.März fordern die Christdemokraten den Magistrat auf, das Kleingartenentwicklungskonzept endlich fertig zu stellen und dem Ortsbeirat zu präsentieren. Auch fragt die CDU danach, welche zusätzlichen Kleingartenentwicklungsflächen im Frankfurter Westen vorgesehen seien, „um der großen Nachfrage nach Schrebergärten zu begegnen“. Denn der Wunsch der Bürger, sich in KleinFreizeit- und Gemeinschaftsgärten zu betätigen, sei in Pandemiezeiten noch mal deutlich gestiegen. „Sie bieten Abwechslung zum Alltag, schaffen Raum für Bewegung und bieten Familien die Möglichkeit, Kinder im Umgang mit der Natur zu schulen“, heißt es in dem Antrag.

 

Dabei hat der Magistrat in einer Stellungnahme vom 17. Mai 2021 den Frankfurter Westen in dieser Hinsicht als unterversorgt eingeschätzt – besonders die Stadtteile Unterliederbach, Zeilsheim und Sindlingen. Als geeignete Standorte nannte die Stadt zwar Flächen zwischen Unterliederbach und Zeilsheim. Doch wie die CDU kritisiert: „Leider wurde hier aber keine Perspektive aufgezeigt, wie es nun mit der Ausweisung neuer Flächen vorangeht.“ MICHAEL FORST

 

 

 

 

 

 

 

31. Januar 2022 von Thomas Stilbauer

 

Streuobstwiese statt Gartenanlage geplant

 

Frankfurt - Die Kleingärtnerinnen und Kleingärtner sind sauer auf die Stadt Frankfurt. Jedenfalls die im Regionalverband R.V. Kleingärtner vereinigten Gartenfreunde. Jedenfalls auf das Planungsamt, auf das Umweltamt, auf die Untere Naturschutzbehörde beim Umweltamt und auf das Grünflächenamt.

 

Warum? „Egal, wo wir etwas anstoßen wollen“, beklagt Verbandsvorsitzender Oliver Lang, „die Stadt grätscht uns dazwischen.“ Das sei in Bonames so, in Zeilsheim, und das gehe schon mit dem Kleingartenentwicklungskonzept los, kurz KEK. „Das von uns erneut mit angestoßene Projekt ist nun zum zweiten Mal, nachdem es vor rund zehn Jahren schon mal im Sande verlaufen ist, erneut im städtischen Schlamm hängen geblieben“, sagt Lang. Seit dem vergangenen Sommer habe sich nichts mehr getan.

 

Frankfurt: Kleingärtnerverband wollen neue Giebiete erschließen

 

Tatsächlich findet sich in den Parlamentsunterlagen der letzte Eintrag im Juli 2021: Die Bestandserfassung der rund 15 000 Kleingärten und die Datenauswertungen seien abgeschlossen. Es sei „vorgesehen, das abgestimmte Kleingartenentwicklungskonzept noch im Jahr 2021 vorzustellen“. Was dann nicht geschah. Lang: „Die Ämter der Stadt Frankfurt sind schwerfälliger als ein Öltanker, die Ergebnisse verzögern sich wie der Flughafenbau in Berlin und Entscheidungen sind nicht transparent, teils willkürlich getroffen.“

 

Die Kleingärtner hätten gern Nägel mit Knöpfen gemacht, ein neues Kleingartengebiet auf 3800 Quadratmetern in Frankfurt-Zeilsheim eröffnet und den Bürger:innen vor Ort zur Verfügung gestellt. „Es hieß: Reicht mal einen Antrag auf Ausnahmegenehmigung ein“, berichtet Lang. „Das haben wir gemacht. Der Antrag wurde abgelehnt und wir mussten 100 Euro bezahlen.“ Begründung: Das Gebiet nahe dem Welschgraben sei landwirtschaftliche Fläche. Die Kleingärtner argumentieren, dort seien früher Gärten gewesen, in der Nachbarschaft seien auch Gärten.

 

Kleingärten in Frankfurt: „Felsbrocken vor die Füße geworfen“.

 

Doch die bürokratischen Hürden seien immens, den Willigen würden immer neue „Felsbrocken vor die Füße geworfen“. Deshalb hätten sie nun beschlossen, „zum Trotz“ statt der Gärten eine Streuobstwiese anzulegen. „Die Kleingärtner:innen können auch anders!“, verkünden sie. Die Fläche sei gerodet, im nächsten Herbst sollen die Bäume gepflanzt werden. „Ob sich dies offiziell Kleingarten nennt oder nicht, ist diesmal tatsächlich egal.“

 

Unterstützer:innen und Spenden sind willkommen.

 

„Es ist bekannt, dass in Frankfurt Kleingärten fehlen, aber niemand tut was dagegen, echt ,cringe‘, um in der jungen Umgangssprache zu bleiben“, lästert Lang. Er verweist auf den Plan des Verbands, am Bonameser Nordpark ein Areal mit Wildobst zu bepflanzen, passend zum Projektgebiet „Städte wagen Wildnis“ dort. Auch das sei von den Ämtern verhindert worden. „Es zieht sich durch unsere Projekte wie ein roter Faden“, ärgert sich Lang. „Alle reden von Naturschutz und Klimawandel, aber keiner macht wirklich was.“ Die Kleingärtner:innen seien proaktiv tätig und engagierten sich für eine „Green City“.

 

(Thomas Stillbauer)


 

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