Berichterstattungen / Pressemitteilungen
Das Kleingartenwesen ist zukunftsorientiert zu sichern.
Es gibt keine Themen, die es nicht wert sind zu veröffentlichen.
Das Kleingartenentwicklungskonzept (KEK)
der Stadt Frankfurt am Main
Das Kleingartenwesen ist zukunftsorientiert zu sichern.
Es gibt keine Themen, die es nicht wert sind zu veröffentlichen.
Das Kleingartenentwicklungskonzept (KEK)
der Stadt Frankfurt am Main
Berichterstattung zu Themen, die nicht direkt einer Rubrik zugeordnet sind:
"alle wetter!" - HR-Sendung
Wandel im Kleingarten?
In einem Interview mit Thomas Ranft wird auf die wichtige Funktion von Kleingärten in der Stadt in Form eines Kurzbeitrages des Hessenfernsehens "alle wetter!" am 11.06.2025 hingewiesen.
Kleingärten müssen sich der Klimaveränderungen anpassen. Dies beginnt bei der Bodenbearbeitung und geht bis zur Auswahl von hitzeresistenten Pflanzungen, Stauden sowie Obstbäumen.
Auch wird der Wegfall von 44 Kleingärten am Festplatz wegen der Europäischen Schule hingewiesen sowie auf die bis zu 76-7 Jahre Entwicklung einer neuer Kleingartenanlge im Stadtteil Riedberg.
Oliver Lang ist nicht nur Vorsitzender des Kleingartenvereins Buchhang sondern auch des Regionalverbandes der Kleingärtner Frankfurt/Rhein-Main. Dem gehören zwar nur vier Vereine an, er hat dennoch einiges Gewicht.
BORNHEIM Laubenpieper hängen seit über 20 Jahren in der Luft — Initiative kommt nicht voran
"Der Magistrat führt die zur plapungsrechtlichen Sicherung von Dauerkleingartenanalgen eingeleiteten Bebauungsplanverfahren fort", hieß es in einem Bericht der Stadtverornetenversammlung im Jahre 2002. Zu dem Zeitpunkt wurde auch eine Liste veröffentlicht, um welche Anlagen es überhaupt gehen sollte. Oliver Lang, Vorsitzender des Kleingartenvereins Buchhang, hat diese Liste verglichen mit einer Aufstellung, die dem unlängst vorgelegten Kleingartenentwicklungsplan beigefügt ist.
Auch Kollegen vertreten
"Die beiden Übersichten sind fast identisch", stellt Lang fest, der auch Vorsitzender des Regionalverbandes der Kleingärtner Frankfurt/Rhein-Main ist. Dem Verein gehören zwar nur vier Vereine an, also nur ein kleiner Teil der Frankfurter Laubenpieper. Lang will in dem Punkt aber das Interesse aller Kleingärtner am Erhalt ihrer Anlagen vertreten. Und deshalb ärgert er sich so über seine Schluss-folgerung: “De facto sind 22 Jahre vergangen und nichts ist geschehen."
Warum ist das überhaupt wichtig? Ist ein Kleingartengelände in einem Bebauungsplan ausgewiesen, dokumentiert dies den Willen der Kommune, dass es diese Flächen dort gibt. Möchte die Kommune dle bestehenden Kleingartenflächen etwas anderes mit dieser Fläche machen, muss der Bebauungsplan in einem aufwendigen Verfahren geändert werden. Ein Bebauungsplan sichert Kleingärten zwar nicht hundertprozentig ab, macht Veränderungen aber schwieriger.
Das Bundeskleingartengesetz sieht außerdem vor, dass eine Kommune Ersatz beschaffen muss, wenn Kleingärten-Flächen für andere Zwecke verwendet werden sollen. Die meisten Laubenbesitzer möchten zwar auf ihren Flächen bleiben, aber ein neuer, anderer Kleingarten ist besser als gar kein Idyll mehr. Nur: Die Pflicht, Ersatzflächen bereitzustellen, besteht nur für Kleingärten, die durch einen Bebauungsplan gesichert sind.
Keiner der vier Vereine seiner Organisation müsse aktuell um Flächen fürchten, betont Lang. Aber erstens geht es ihm um alle Anlagen in Frankfurt. Zweitens weiß man nie, welche Ideen in der Stadtpolitik zu bestehenden Kleingartenflächen noch geboren werden. Deshalb freut sich Lang auch über einen Vorstoß der Frankfurter CDU, der genau in diese Richtung zielt.
Yannick Schwander, umweltpolitischer Sprecher der CDU-Fraktion im Römer, hatte den Magistrat kürzlich aufgefordert, endlich alle bestehenden Kleingartenflächen durch Bebauungspläne abzusichern. Wobei nicht alle Flächen betroffen sind, aber ein beachtlicher Teil: 229 Kleingartenanlagen gibt es nach Angaben der CDU, davon seien 63 ungesichert. Der Fläche nach ist es mehr als ein Drittel - 191 von 558 Hektar.
Wobei vor einem Missverständnis gewarnt werden muss: Das Wort Bebauungsplan bedeutet nicht, dass auf der betreffenden Fläche gebaut werden darf. Ganz im Gegenteil - es kann auch festgesetzt werden, dass dort nicht gebaut werden darf. Vor Jahren waren in ganz Hessen durch solche Bebauungspläne illegal gebaute Gartenhütten und Zäune nachträglich legalisiert worden.
Zurück nach Frankfurt: Lang hat sich schon Anfang Juli an die Parteien im Ortsbeirat 4 gewandt, zu dessen Zuständigkeitsgebiet auch der Kleingartenverein Buchhang gehört.
Lang hat den Parlamentariern einen Teil der Arbeit abgenommen und einen Antrag formuliert, nach dem der Ortsbeirat den Magistrat zum Handeln in der Sache auffordern soll. Konkret wird gefordert, einen Bebauungsplan für das Gelände aufzustellen. Bisher wurde zu Langs Enttäuschung aber ein solcher Antrag weder gestellt noch beschlossen. Sondern er hat auch in den mehr als drei Monaten seitdem von keiner einzigen Partei irgendeine Art von Rückmeldung erhalten. MANFRED BECHT
"alle wetter!" - HR-Sendung
Wie bekomme ich einen Kleingarten?
In einem Interview mit Simone Kienast wird auf die wichtige Funktion von Kleingärten in der Stadt in Form eines Kurzbeitrages des Hessenfernsehens "alle wetter!" am 21.05.2024 hingewiesen.
Kleingärten haben sich gewandelt. Biodiversität in der Pflege von Kleingärten gewinnt immer mehr an Bedeutung. Wie kann ein Kleingarten aussehen?
Aber ein Kleingarten bedeutet auch Arbeit. Informationsbroschüren geben Hinweise und Ratschläge, auf was in Kleingärten zu achten ist.
Massive Kritik an städtischem Entwicklungskonzept
Frankfurt - Das Kleingartenwesen wird weiter ein Nischendasein führen. Das fürchtet Oliver Lang, Chef des R.V. Kleingärtner, angesichts des städtischen Kleingartenentwicklungskonzepts (KEK, wir haben berichtet). Der Verband R.V. Kleingärtner mit vier Vereinen hat sich von der größeren Stadtgruppe Frankfurt der Kleingärtner abgespalten, weil diese ihm nicht dynamisch genug war. Lang ist einer, der mit neuen Ideen auf die Stadt zu zugeht - und oft genug enttäuscht wird. Daran wird, so fürchtet er, auch das KEK nichts ändern.
„Dort“, sagt Oliver Lang, „ist ein runder Tisch vorgesehen. Das ist absehbar ein zahnloser Tiger.“ Das Grünflächenamt könne wieder alles blockieren, was zugunsten der Kleingärtner vorgeschlagen werde. „Was wir brauchen, ist ein Kleingartenbeirat, der auch das Recht erhält, direkt Anträge an den Magistrat oder die Stadtverordnetenversammlung zu stellen“, sagt Lang. Solche Beiräte gebe es in Berlin, Leipzig, Jena, Erfurt, Dresden, Magdeburg, Rostock und Karlsruhe - überall dort habe sich das Kleingartenwesen dynamisch entwickelt, „nur in Hessen geschieht nichts“, kritisiert Lang. Auch in Frankfurt gebe es immer nur eine Reduzierung von Gartenflächen, sei es wegen der S-Bahn, sei es wegen der Autobahn, aber kaum je eine Ausweitung von Kleingartenflächen. „Wenn sich ein Mal ein neuer Verein gründet, wie am Riedberg, braucht die Stadt sechs bis sieben Jahre, bis eine Kleingartenfläche entstehen kann. Und auch dann sind zwei Drittel der Fläche belegt von Containern.“ Denn Flächen bräuchten nicht nur Kleingärten, sondern auch Obdachlosenunterkünfte und ähnliches.
Dass das KEK nun vorliegt, sei schon ein Erfolg. „Wir haben es vor 13 Jahren schon gefordert.“ Damals sei es im Sande verlaufen, nun endlich gelungen. Dass es zu einer Verbesserung der Situation führen wird, glaubt Lang nicht. „Es ist eher Greenwashing.“ Seine Vorwürfe: Die Stadt halte potenzielle Kleingartenflächen in der Schublade, statt die Gärten zu schaffen - nur um Ausweichflächen zu haben, wenn andernorts Gärten verschwinden müssen. Ein weiterer Vorwurf: Wenn es gilt, Gärten zu ermöglichen, klammert die Stadtverwaltung sich oft an Vorschriften fest. „So ist in Zeilsheim eine Streuobstwiese entstanden, aber keine Kleingärten, obwohl der Ortsbeirat und die Stadtverordneten es gewollt haben.“ Der Grund: Die Naturschutzbehörde hat die Fläche, eine Brache, als ökologisch schützenswert eingestuft. An anderer Stelle hat die Stadt die Entstehung von Kleingartenparzellen nicht zugelassen, weil die Brache im Bebauungsplan als Ackerfläche ausgewiesen ist. „Dann muss man den Bebauungsplan ändern“, fordert Lang. Aber dieser politische Wille fehle. Eine weitere Brache in Sindlingen darf inmitten eines Wohngebietes nicht zu Gartenfläche werden, weil es in der Seveso-Zone des Industrieparks liegt.

Lang räumt ein, dass es nicht unbedingt böser Wille ist, sondern häufig auch Personalmangel bei den Ämtern. „Wir bieten der Stadt an, die Flächen komplett zu entwickeln. Dann dauert es ein bis zwei statt sieben Jahre, bis ein Verein seine Fläche erweitern kann.“ Bislang hätte er mit seinem Verband schon 40 Parzellen schaffen können, wenn die Stadt zugestimmt hätte, sagt Lang. tjs